Lexikon

Die wichtigsten Begriffe der Homöopathie kurz erklärt:

A

B / C

= das Grundprinzip der Homöopathie: “Similia similibus curentur – Ähnliches werde durch Ähnliches
geheilt” (Samuel Hahnemann)

Homöopathische Arzneimittel heilen jene Symptome, die sie in einer
Prüfung am gesunden Menschen (= Arzneimittelprüfung) hervorgerufen haben.

Das Ähnlichkeitsgesetz wurde bereits ansatzweise in den Schriften der Ärzte Hippokrates (460-377 v. Chr.) und Paracelsus (1493-1541) beschrieben.


Basis zur Verdünnung von oftmals pflanzlichen Ausgangsstoffen, meist als Alkohol-Wasser-Mischung verwendet.

Besonders in Akutsituationen werden (vorwiegend in der
veterinärmedizinischen Homöopathie) auch Injektionspräparate verwendet,
deren Inhaltsstoffe mit ,,Aqua ad injectionem“ oder isotonischer
Kochsalzlösung potenziert wurden. Homöopathische Ampullenpräparate
müssen steril und pyrogenfrei sein.

Ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patient.

Der homöopathische
Arzt betrachtet den kranken Menschen in seiner Ganzheit von Körper,
Seele und Geist und berücksichtigt alle aufgetretenen Symptome, aber auch sein Umfeld, Belastungssituationen,….

Aufgrund der Erzählungen des Patienten, aber auch der Beobachtungen des Arztes wird eine Arznei ermittelt und verschrieben, die zum Patienten passt.

Gegenmittel, das die Wirksamkeit homöopathischer Arzneien vermindert oder aufhebt, z.B. Menthol, Kampfer oder stark riechende Substanzen wie Parfums.

Der Begriff des ,,homöopathischen Arzneimittels“ ist im Österreichischen Arzneimittelgesetz 1983 definiert: ,,Homöopathische Arzneimittel sind Arzneimittel, die ausschließlich nach homöopathischen Grundsätzen und Verfahrenstechniken hergestellt sind.“

Diese Begriffsbestimmung steht in Übereinstimmung mit dem Deutschen Arzneimittelgesetz 1976 und entspricht den Richtlinien des EU-Rechtes. Damit sind sowohl die Arzneiform des homöopathischen Arzneimittels als auch die Art der pharmazeutischen Herstellung gesetzlich verankert.

Arzneimittelbilder sind umfassende Beschreibungen der Wirkung jedes einzelnen Arzneimittels.

Sie setzen sich zusammen aus Toxikologie, Pharmakologie sowie den Erfahrungen der Arzneimittelprüfung und den klinischen Beobachtungen. Dazu gehören auch die klinisch geheilten Symptome, die keine Arzneimittelprüfungssymptome sind. Die Erkenntnisse der einzelnen Arzneiwirkungen fügen sich so zum Arzneimittelbild zusammen.

Die homöopathische Arzneimittelprüfung am Gesunden (HAMP) ist eine medizinische Methode, um die ganzheitlichen Wirkungen von Arzneimitteln klinisch zu überprüfen.

Bei einer Arzneimittelprüfung nehmen gesunde Testpersonen im
Blind- oder Doppelblindversuch homöopathische Arzneien ein und protokollieren alle auftretenden körperlichen und psychischen Symptome. Diese werden erfasst und die Erkenntnisse für die Behandlung von Patienten verwendet.

Gut geprüfte Arzneimittel umfassen tausende Details.

Arzneien, die sich sehr häufig bei einer bestimmten klinischen Diagnose bewährt haben, werden als bewährte Indikationen bezeichnet.

Für C-Potenzen (C=Centesimal) wird ein Tropfen der Urtinktur mit 99 Tropfen Alkohol verdünnt und verschüttelt = C1. Nimmt man von C1 wieder einen Tropfen und verschüttelt ihn mit 99 Tropfen Alkohol, erhält man C2. Dieser Vorgang lässt sich bis zu C 1000 fortsetzen.

D

E / G

Die D-Potenzen (D = Dezimal) sind die am weitest verbreiteten Potenzen in Österreich und Deutschland. Hierbei wird ein Tropfen der Urtinktur mit 9 Tropfen Alkohol verdünnt und verschüttelt = D1. Nimmt man von D1 wieder einen Tropfen und verschüttelt ihn mit 9 Tropfen Alkohol, erhält man D2. Dieser Vorgang lässt sich bis zu D1000 fortsetzen.

Homöopathie ist eine ärztliche Therapieform mit Einzelarzneien, die am gesunden Menschen geprüft sind und in potenzierter Form nach dem Ähnlichkeitsgesetz verordnet werden.

Dilutionen („Tropfen“) sind flüssige homöopathische Arzneimittel, die als Arzneiträger meist 43% Äthanol enthalten. Sie werden pur oder mit Wasser verdünnt eingenommen. Als Gabengröße sind fünf Tropfen üblich.

Die klassische Homöopathie verordnet nach der Arzneimittelfindung ausschließlich Einzelmittel – eine Arznei für alle Beschwerden des Patienten.

Die typischen homöopathischen Arzneimittel sind Globuli – kleine Kügelchen, die mit dem jeweiligen Wirkstoff benetzt wurden. Homöopathische Globuli werden aus Zucker (Saccharose – laktosefrei!) gefertigt und im Gewichtsverhältnis 1:100 mit der alkoholischen Dilution des gewünschten Potenzgrades benetzt. Als Gabengröße dienen meist fünf Globuli.

H

I

Der deutsche Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843) gilt als Begründer der Homöopathie

Homöopathische Arzneimittel sind bei richtiger Lagerung von der Anwendung her praktisch unbegrenzt haltbar. Nach dem Arzneimittelgesetz muss ein Ablaufdatum von 5 Jahren auf den Arzneifläschchen angegeben werden.

Kommt es zu keiner deutlichen Verbesserung der Beschwerden ist abzuklären, ob die Anamnese unvollständig war, die Symptome nicht richtig gewählt oder eine falsche Arznei verabreicht wurde. Der Patientsollte über mögliche Antidote oder auf  eine mögliche nicht zu ändernde psychische Situation hingewiesen werden. Zuletzt ist auch die Qualität der Arznei bzw. der Arzneieinnahme zu überprüfen (Herstellung, Lagerung, falsche Einnahme).

“Homöopathie in Österreich” (HiÖ)

Die quartalsmäßig erscheinende Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin.

 

C-Potenzen, LM-Potenzen und Q-Potenzen ab der 30. Potenz sind Hochpotenzen. Sie werden vor allem in der Behandlung chronischer Krankheiten eingesetzt. Auch Konstitutionsmittel für chronische Krankheiten werden meist als Hochpotenz verordnet.

Die ersten Vorschriften zur Herstellung homöopathischer Arzneimittel stammen von Samuel Hahnemann, der in seinen Hauptwerken ,,Organon”, ,,Reine Arzneimittellehre” und ,,Chronische Krankheiten” sehr genaue Angaben zur Arzneipotenzierung hinterließ.

1924 erschien die 1. Auflage des Deutschen Homöopathischen Arzneibuches. Das damals gültige deutsche Homöopathische Arzneibuch wurde 1986 von Österreich rechtsgültig übernommen, wobei 1990 der ,,Allgemeine Teil des Homöopathischen Arzneibuches” in das ,,Österreichische Arzneibuch” (ÖAB) aufgenommen wurde.

Keine Krankheit gleicht einer anderen.

Deshalb wird in jedem Krankheitsfall das geeignete homöopathische Arzneimittel individuell für den Patienten ausgewählt.

Ausschlaggebend für die Verordnung sind die spezifischen Symptome und die Persönlichkeitsmerkmale des Erkrankten, die in der Erstanamnese erhoben werden. In der klassischen Homöopathie wird nur ein homöopathisches Einzelmittel eingenommen.

Eine homöopathische Impfung gibt es nicht. Nosoden haben prophylaktisch keine Wirkung.

Hier geht es zum offiziellen ÖGHM-Statement zum Thema Impfen >>

K

L

Die klassische Homöopathie hält sich streng an die Richtlinien ihres Begründers, Samuel Hahnemann.

Verordnet werden nach einem aufwendigen Prozess der Arzneimittelfindung ausschließlich Einzelmittel.

In der klinischen Homöopathie werden mehrere Mittel zugleich, Komplexmittel (Grippetropfen, Blasentropfen, etc.) oder auch Einzelmittel aufgrund “bewährter Indikationen” verschrieben.

bedeutet “Ergänzende Medizin”, d.h. sie wird ergänzend zur konventionellen Medizin angewandt. Komplementärmedizin umfasst Heilmethoden wie Homöopathie, Akupunktur, TCM, etc.

Immer mehr ÖsterreicherInnen nehmen heute komplementärmedizinische Gesundheitsangebote in Anspruch, weil diese das psychische, soziale und körperliche Wohlbefinden erheblich steigern.

Homöopathische Komplexmittel enthalten mehrere nach einer klinischen Diagnose wirksame Einzelmittel und werden meist als Tropfen oder Tabletten in der Apotheke angeboten.

Konstitutionsmittel werden vor allem bei chronischen Erkrankungen eingesetzt. Sie können ausschließlich nach gründlicher Anamnese und Repertorisation durch einen ausgebildeten Homöopathen ermittelt werden. Durch die Gabe des passenden Mittels werden sich Vitalität und Belastbarkeit des Patienten erhöhen, das Konstitutionsmittel bewirkt eine Stärkung der Abwehrkräfte und verbessert das Allgemeinbefinden.

Verdünnungsmittel für unlösliche Rohstoffe, wie z.B. Metalle, anorganische Salze und Minerale. Diese werden mit Milchzucker (Laktose) im gewünschten Potenzierungsverhältnis in einer Porzellanreibschale verrieben.

Das Endprodukt der Arzneiherstellung – die Globuli – bestehen aus Saccharose und sind laktosefrei.

Nach der Theorie der Homöopathie werden alle Vorgänge im menschlichen Körper von der „Lebenskraft“ gesteuert und geregelt.

Der gesunde Mensch ist „im Gleichgewicht“ – alle Abwehrmechanismen des Körpers sind intakt. Bakterien, Viren und andere Erreger haben keinen Nährboden, um ihre Tätigkeit entfalten zu können. Eine gestörte Lebenskraft zeigt sich an Krankheitsbeschwerden.

M

N

Als Materia Medica wird eine Arzneimittellehre verstanden. Es gibt mittlerweile viele Arzneimittellehren verschiedenster Autoren mit unterschiedlichen Gesichtspunkten in der Beschreibung der Arzneimittelbilder.

Miasma wird im Sinne Hahnemanns als Erklärungsversuch für die Ursache von chronischen Krankheiten verwendet. Der Begriff Miasma kommt aus dem Griechischen und bedeutet Befleckung. Heute versteht man darunter eine Neigung zu gewissen Erkrankungen bzw. eine genetische Determination.

In der klassischen Formulierung nach Hahnemann werden die 3 Miasmen, Psora, Sykose und  Syphilis, unterschieden.

Nebenwirkungen im herkömmlichen Begriff weist die Homöopathie nicht auf, da es sich um eine sanfte Methode handelt. Dennoch sollten homöopathische Arzneien nur nach genauer Anweisung Ihres Homöopathen eingenommen werden.

Nosoden sind homöopathische Arzneimittel, die aus Krankheitsprodukten (Mikrobenkulturen, Viren, Sekreten, etc.) hergestellt werden. Die Ausgangsstoffe werden vor der Verarbeitung sterilisiert, so dass durch den Einsatz der Nosode kein Krankheitserreger übertragen werden kann. Nosoden werden nach den gleichen Gesichtspunkten wie andere Arzneien verordnet.

O / P

Q / R

1810 veröffentlichte Hahnemann die erste Auflage seines Grundlagenwerks zur Homöopathie, damals noch unter dem Titel „Organon der rationellen Heilkunde“. Spätere Auflagen tragen den Titel „ Organon der Heilkunst “. Organon bedeutet Werkzeug. Das Buch enthält das System der Homöopathie.

Pflanzliche, tierische oder mineralische Rohstoffe werden zuerst in eine flüssige Urtinktur oder in eine pulverisierte Form gebracht. Anschließend werden diese mit einer Trägersubstanz vermischt (flüssige meist mit einer Alkohol-Wasser-Mischung, feste mit Milchzucker). Dabei werden Wirksubstanz und Trägerstoff in bestimmten Verdünnungsverhältnissen (1:10 = D-Potenz, 1:100 = C-Potenz; 1:50.000 = LM-Potenz) verschüttelt oder verrieben. Diesen Vorgang nennt man Potenzierung.

Da sich homöopathische Arzneimittel aufgrund ihrer hohen Verdünnung der chemischen Analytik entziehen, werden die für die Arzneimittel verwendeten Rohstoffe und der daraus bereiteten Urtinkturen, Lösungen und ersten Verreibungen kontrolliert. Bei der Qualitätskontrolle werden verschiedene qualitative und quantitative chemische Analyseverfahren angewandt.

RADAR ist eines der bewährtesten Computerprogramme für Homöopathen.

Die Software wurde für Homöopathen in Ausbildung und Praxis entwickelt, um einfach und schnell Symptome im Repertorium zu finden und Krankengeschichten computerunterstützt auswerten zu können.

Verzeichnis aller Arzneimittel, abgeleitet vom lateinischen Wort : reperire = finden, wiederfinden.

Repertorien sind geordnete Sammlungen von Symptomen, die durch die Arzneimittelprüfung ermittelt und nach klinischen Erfahrungen bewertet wurden.

Das Repertorium ist essentiell für die Mittelfindung. Es gibt vor,  welche Mittel bei welchem Symptom in Frage kommen könnten.

Das erste Repertorium wurde von C. v. Bönninghausen 1832 noch zu Lebzeiten Hahnemanns geschaffen.

Im deutschsprachigen Raum war das Repertorisieren bis nach dem 2.Weltkrieg weitgehend unbekannt, man hielt sich an die Materia Medica.

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T

besteht aus Rohrzucker, Rübenzucker. Saccharose dient als Basis für die Herstellung von Globuli.

Fähigkeit des Organismus, den Heilungsprozess in Gang zu setzen und Krankheiten aus eigner Kraft zu überwinden. Die Homöopathie versucht, die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiv anzuregen und zu stärken.

Manche Arzneimittel werden als homöopathische Tabletten angeboten. Die Trägersubstanz des Wirkstoffs ist hier Milchzucker.

Homöopathische Triturationen (Verreibungen) werden durch Verreibung des arzneilichen Rohstoffes mit Milchzucker (Laktose) hergestellt, wobei ebenso wie bei den Dilutionspotenzen C- und D-Potenzen möglich sind. Von diesen pulverförmigen Arzneimitteln wird etwa eine Messerspitze als Gabengröße verwendet.

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W

Trotz der modernen technischen Möglichkeiten werden bei der Herstellung homöopathischer Arzneimittel die entscheidenden Arbeitsschritte auch heute noch in Handarbeit vollzogen. Die homöopathischen Arzneistoffe werden manuell stufenweise verdünnt und nach jedem Verdünnungsschritt zehnmal per Hand verschüttelt.

Nach der Arzneimittelgabe werden die Reaktionen des Patienten genau beobachtet. Diese können parallel oder nacheinander auftreten.

Eine Besserung äußert sich zuerst in den lebenswichtigen Funktionen (Schlaf, Stuhl, Herz-Kreislauf, Grundenergie). Der Patient merkt, dass es ihm insgesamt besser geht. Hauterscheinungen heilen meist zuletzt ab.

Die Wirkung homöopathischer Arzneimittel wurde in über 3.700 Studien und Experimente untersucht.

Die Erfolgsrate klinischer Studien ist mit jenen zu konventionellen Medikamenten vergleichbar. So zeigen experimentelle Studien bis zu neunzig Prozent positive Ergebnisse.